Von der gemeinsamen letzten Schulfahrt…

332 km, knappe 4 ½ Stunden Fahrt – hört sich erstmal nach keiner langen Reise an, sondern nach Schlafphasen, Entspannung, Naschen und netten Gesprächen. Wenn 4 ½ Stunden sich verdoppeln und zu neun werden, verwandeln sich all diese schönen Vorstellungen in schmerzende Glieder, hungrige Bäuche und einen Bus voll gestresster „Ich muss mal ganz dringend“-Insassen.
Der Beginn unserer letzten gemeinsamen Klassenfahrt. Auf geht’s nach Prag. Here we go. Die letzte Septemberwoche sollte ganz die unsere sein.
Endlich angekommen, wurden wir von einem kalten Regenschauer herzlichst begrüßt und durften eine knappe Stunde vor dem Hotel im Regen auf das Einchecken warten (warum alle anderen Schulklassen in die Lobby durften und sich aufwärmen konnten, die Zwölftklässler des Gymnasiums aus Kyritz aber draußen bleiben mussten, ist uns bis heute ein Rätsel). Nachdem auch wir endlich die Lobby betreten und in unsere Zimmer einchecken durften, haben wir uns kurze Zeit später zum gemeinsamen Metrofahren getroffen, um das erste Mal die Prager Altstadt zu bewundern (btw: Die Altstadt ist eine der schönsten, die wir jemals besucht haben und absolut sehenswert). Nach den ersten positiven Eindrücken waren die restlichen zwei Stunden des Abends ganz uns gewidmet und wir konnten endlich etwas Essen gehen.
Der zweite Tag hielt für uns eine dreistündige Führung durch die Altstadt bereit (3h klingen schlimmer, als sie sind), die wir, geteilt in zwei Gruppen, durchführten. Die Gruppenführer in gebrochenem, aber dennoch gut verständlichem Deutsch zeigten uns Prags schönste Orte, die uns, abgesehen von den riesigen Menschenmassen, ausschließlich beeindruckten und staunen ließen. Den restlichen Nachmittag hatten wir Zeit für Unternehmungen, Shopping, Kultur und gutes Essen – die Entscheidung lag ganz bei jedem Einzelnen. Der Abend führte uns mit der Seilbahn hoch hinaus zum Observatorium Prags. Voller Erwartungen erreichten wir die Sternwarte und durften zunächst einmal 1 ½ Stunden in der Kälte und unter bewölktem Himmel warten, weil wir so superpünktlich, wie unser Jahrgang stets ist, natürlich zu früh da waren. Mit eisigen Füßen und Händen und diversen „Take me home“-Gesichtern ging es dann nach langem Warten endlich in das Gebäude, in dem wir uns den Mars und den Saturn ansehen konnten (beide sahen zwar genau gleich aus und waren maximal fünf Millimeter groß, beeindruckend war es aber trotzdem). Die restlichen Stunden des Abends, der um 23 Uhr in der Lobby sein Ende finden sollte, durften wir selbst gestalten (falls ihr vorhabt eure Abschlussfahrt nach Prag zu machen und denkt, ihr könntet daraus eine Abschussfahrt machen: vergesst es. Alles ist ab 18. Und man muss zurück sein, wenn die attraktiven Lokale gerade erst aufgemacht haben).
Mittwoch fuhren wir eine Stunde lang mit dem Schiff auf der Moldau und ließen und bei einer heißen Schokolade, einem Tee oder einem Bier von der Sonne unser Gesicht kitzeln. Obwohl wir auch bei diesem Programmpunkt viel zu früh waren, war es einer der schönsten und leider viel zu kurz. Mittwochnachmittag begaben wir uns auf die Prager Burg, die mit ihren „altkönigreichlichen“ Strukturen beeindruckte. (Für die Touris unter euch: Einen Besuch ist sie allemal wert! Aber kauft euch da kein Eis, sonst seid ihr fast die Hälfte euer Kronen los) Der Abend gestaltete sich für uns besonders schön, denn wir verbrachten die Zeit gemeinsam im Hard Rock Café, in dem wir einen Burger mit Pommes, ein Getränk und ein Eis zum Abendessen bekamen. Danach wurden Souvenirs gekauft und Bilder geschossen – das Café befindet sich in einer wirklich schönen Umgebung, mit der Straße voller Restaurants, Bars und Cafés, guter Musik und schönen Lichtern, was vor allem am Abend absolut sehenswert ist (Touri-Tipp Nummer 2).
In die Gedenkstätte Theresienstadt ging es für uns am Donnerstag – der Besuch eines solch historischen Orts erwies sich als besonders lehrreich und den Horizont erweiternd. Nach einem knapp zweistündigen Besuch fuhren wir schon wieder zurück und konnten uns selbst überlegen, wie wir den Abend verbringen wollten. Mehr oder weniger entspannt, mit 14 Personen in einem feststeckenden Fahrstuhl, endete unser finaler Abend in Prag und somit unsere letzte gemeinsame Schulfahrt.
Prag und die gemeinsame Zeit unter Freunden und Mitschülern mit unseren Tutoren und Frau Zeugner wird uns auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben. Jeder definiert sich den Begriff Abschlussfahrt individuell: Manche erhoffen sich „Party Pur“, andere wollen entspannte Gruppenabende. Unabhängig davon, ob dieses oder jenes der Fall war, ist es doch am wichtigsten, dass wir beieinander waren und eine „zauberschöne“ gemeinsame letzte Zeit verbringen konnten. Denn, wenn sich unsere Wege in nun bereits wenigen Monaten trennen, werden wir die Zeit vermissen und für diese letzte Zeit in dieser wunderschönen Stadt sehr dankbar sein.

Theresa Louis, Klasse 12