Gewitter


In diesem Moment sitze ich in meinem Zimmer und schaue hinaus. Zu sehen gibt es viel: dunkle Wolken, Regen in Kombination mit Hagel und hin und wieder einen Blitz, der mein Zimmer nur für ein Wimpernschlag erhellt. Ein Schauspiel für Augen und Ohren. Während die Hagelkörner mit einer Geschwindigkeit an mein Fenster knallen, dass man denken könnte,es zerspringe gleich, meldet der Donner sich im Minutentakt. Der Wind peitscht den Regen umher und ich freue mich. Im Kindergarten hat man mir beigebracht, man könne die Entfernung des Unwetters abzählen und bestimmen. Als meine Freunde dicht aneinander in der Hocke den Donner abwarteten, war ich immer ganz aufgeregt und gespannt. Ich hatte noch nie Angst vor Gewittern. Lustig ist auch, wie viel Quatsch sich doch manche Menschen einreden. Von „Der Himmel ist traurig“ über „Gott spielt Bowling mit seinen Engeln“ bis zu „Da laufen Elefanten über die Wolken“ habe ich schon viel Dinge gehört.

Ein Blitz und ich erinnere mich an den Mathematikunterricht, wenn mein Lehrer das lesen würde, klatschte er sich mit Sicherheit freudestrahlend in die Hände. Als er uns die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten vorstellte, meinte er das diese, vom Blitz getroffen zu werden, höher ist als ein Sechser beim Lotto. Vielleicht sollten mehr Leute Lotto spielen, wenn es gewittert. Immerhin ist die Chance größer als Blitzableiter zu fungieren, wieso sollte sich die Chance auf den Jackpot nicht auch verbessern.

Noch einmal wird es plötzlich taghell in meinen vier Wänden. Ich betrachte genau den Verlauf des Blitzes. Da fällt mir einer der beliebtesten Filmreihen der Welt ein. Harry Potter, der Junge mit der runder Brille und Blitznarbe. Immer wenn ich einen der Filme sehe, frage ich mich, ob niemandem aufgefallen ist, dass diese wenig wie ein Blitz aussieht. Er könnte genauso ein fanatischer Fan von „Kiss“ sein. Da seine Schminktalente sich in Grenzen halten, ist das „S“ eben spiegelverkehrt. Vielleicht hört er aber auch lieber AC/DC.

Ein besonders lautes Krachen lässt mich beobachten, wie sich die kleinen Härchen auf meinem Arm aufstellten. Wieso gibt es eigentlich die Redewendung: „aufgedonnert sein.“ Das sagt man ja zu Personen, die sich übertrieben zurecht gemacht haben. Möchten diese eventuell genauso viel Aufmerksamkeit wie ein Donnerschlag? Verhielten sich die Personen einfach ähnlich laut? Viele Menschen sind sehr scheu, wenn sie den Himmel grummeln hören. Die Schönheit der Aufgedonnerten hatte vielleicht auch eine Menge Schwärmer in die Luft geschlagen, weil diese sich nicht getraut haben, ihr Ideal anzusprechen. Ich senke mein Blick und begebe mich auf die Suche nach meinem Handy. Wie so oft, ( fast schon zu oft) google ich die Antwort auf meine spezielle Frage. Natürlich hat die Wendung nichts mit der Wettererscheinung zu tun. Sondern stammt aus dem Italienischen, das Wort „donna“ bedeutet Dame oder Herrin. Das ganze kann man also mit, „Wie einen Dame gekleidet sein“ übersetzen. Auch in Ordnung, stelle ich mit Schulterzucken fest und genieße einfach die seltene meteorologische Erscheinung.

Emma – Neele Albrecht

Klasse 11