Mir ist aber warm

„Emma, kannst du dir bitte eine Jacke anziehen?“, ich schnaufe, denn den Satz höre ich in letzter Zeit sehr häufig. Nur weil es Winter ist, heißt das nicht, dass ich friere wie alle anderen. Während sich manche nicht dick genug anziehen können, schwitze ich in den stickigen und beheizten öffentlichen Räumlichkeiten. Mein inneres Thermometer scheint irgendwie kaputt zu sein. Der Wind weht mir eine Haarsträhne ins Gesicht, als mir ein Gedanke in den Kopf steigt. Im Leben jedes Rotschopfes erreichen einen früher oder später Artikel, gefüllt mit Fakten über die immer seltener werdende Haarfarbe. Durch eine Mutation auf dem Chromosom 16 verändert sich das Gen MC1R. Dieses ist zuständig für die Herstellung von Pigmenten. Es gibt viele Studien, die behaupten, dass das modifizierte Gen das Schmerzempfinden beeinflusst. Vielleicht hat es auch mit mir zu tun. Schnell ziehe ich mein Handy aus meiner Hosentasche und frage Google um Rat. Englische Forscher behaupten, ich reagiere auf Hitze und Kälte empfindlicher als Blondinen und Brünette, vielleicht bin ich doch eine Ausnahme. Aber eventuell schlummern nicht nur veränderte sondern auch Wikingergene in mir. Die blasse Haut kann in den dunklen skandinavischen Gebieten hilfreich sein, immerhin können die wenigen Sonnenstrahlen so besser absorbiert werden. Die Vitamin -D- Produktion ist somit gesichert. Im kalten Norden braucht man sich auch keine großen Sorgen zu machen, wenn man mal die Sonnencreme vergessen hat. Sollte ich über ein Leben auf einem Schiff nachdenken? Immerhin hab ich auch kluge… naja… immerhin habe ich auch Ideen, ohne mir zuvor charmant die Nase zu kratzen. Was mir aber nicht gefallen könnte, sind die historisch inkorrekten Kopfbedeckungen.

Vielleicht zieh ich mir einfach meine Jacke an.

Emma Albrecht 12Klasse