Vielleicht klappt es ja morgen

Es ist der erste Januar, der erste Tag, die erste Stunde des neuen Jahres und jeder hat mindestens einen Neujahrsvorsatz. In den Köpfen der Menschen spielt sich immer wieder das Gleiche ab. Ich bin unzufrieden – und wenn es nur Kleinigkeiten sind, die uns stören – darum möchte ich etwas verändern.

Warum ich nichts schreibe, ist einfach. Man könnte sagen, dass ich faul bin. Ganz so stimmt das aber gar nicht. Belanglose Sätze schwirren durch meinen Kopf, Gedanken, die sich nicht ordnen lassen.

Zum Anfang des neuen Jahres habe auch ich mir viel vorgenommen, ob ich schaffe, alles einzuhalten, steht in den Sternen. Ich könnte ja mal mein Horoskop fragen, aber ob das wirklich stimmt, ist fraglich. Hängt natürlich von der Konstellation von Sonne und Mond ab, ganz klar.

Zuerst ist da eine Idee, welche sich immer weiter in meinen Kopf frisst, ein bisschen wie ein fieser Ohrwurm. Das lässt mich dann nicht mehr los. Sie ist immer da, die Idee, wartet darauf, von mir umgesetzt zu werden, in welcher Form auch immer. Ganz vergessen kann ich sie nie, deshalb mache ich mir Notizen.

Die meisten Vorsätzte sind nach einem Tag wieder vergessen. Das kennt man, einmal nicht aufgepasst und schon hat man das Stückchen Schokolade gegessen, auf das eigentlich verzichtet werden sollte. Ganz einfach. Das ist natürlich, Gewohnheiten lassen sich nun einmal nicht leicht ablegen.

Irgendwann entstehen Bilder in meinem Kopf, Momente, die ich festhalten möchte, mir fehlen dann meistens nur die Worte. Die richtige Wortwahl ist schwer zu treffen. Das ist ein bisschen wie bei der „süß-oder-salzig-Frage“. Man denkt zu kompliziert, obwohl die Antwort simpel ist.

Klar gibt es Verschiedene vom Typ Mensch und mancher hält sich tatsächlich an das, was er sich vornimmt. Ein Ziel zu erreichen ist schwer – es muss schwer sein. Wäre es leicht, wäre es langweilig. Der Weg ist das Ziel und so weiter.

Die Bilder als einzelne Teile eines Puzzles. Leider habe ich meistens nur die Teile für den Rahmen, der Inhalt fehlt. Ich kann nicht verknüpfen. Mir fehlt der rote Faden und die Ideen bleiben nur Notizen in meinem Block auf meinem Schreibtisch. Blaue Buchstaben auf weißem Papier.

Ich formuliere diesen Text hier viel zu spät. Das neue Jahr hat bereits angefangen und die Hälfte meiner Vorsätze habe ich schon aufgegeben. Ich gebe zu, mir fehlt einfach die Größe, um so was durchzuziehen. Dieses Zielesetzen, eine Tradition mit Tradition, ist einfach nichts für mich. Vielleicht ja im neuen Jahr.

Warum ich nichts schreibe, ist nicht ganz einfach. Ich bin nicht zu faul und habe auch keine Schreibblockade, nicht immer. An manchen Tagen fehlt mir einfach das, was es braucht, um aus Gedanken einen lebendigen Text zu formen. Wer weiß, manchmal klappt es morgen.

Vivien Larf, Klasse 12