Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Exkursion zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Am 12. September 2017 fuhren die drei Tutorien der Jahrgangsstufe 12 gemeinsam im Rahmen einer Geschichtsexkursion zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Wir hatten vor unserer Fahrt im Unterricht viel über die NS-Diktatur und den Völkermord an über sechs Millionen Juden gesprochen, doch der Unterschied zwischen theoretischem Wissen und praktischen Erlebnissen ist viel größer, als man vielleicht glauben mag. Nachdem wir angekommen waren, teilten sich die drei Tutorien in drei Gruppen auf. Jede Gruppe erhielt eine ca. eineinhalb stündige Führung von einem Mitarbeiter der Mahn- und Gedenkstätte über das Gelände. Uns wurde viel Neues über die Opfer, aber auch über die Täter des Frauenkonzentrationslagers berichtet. Wir wurden durch eine große Ausstellung über die Lagergeschichte geführt. Es waren Einzelschicksale von Häftlingen ausgestellt und wir durften den Innenbereich des Konzentrationslagers betreten. Besonders stark fiel der Kontrast zwischen dem inneren und äußeren Teil des Lagers auf. Die SS-Siedlung für die Aufseherinnen mit ihren weißen Reihenhäusern und der Kommandantenvilla auf einem eigens angelegten Hügel auf der einen Seite des Tores und der schwarze Schotterboden mit den groben ehemaligen Holzbaracken auf der anderen Seite. Die Mitarbeiter der Mahn- und Gedenkstätte legten auch großen Wert darauf, auf unsere Fragen einzugehen und mit uns ins Gespräch über das Erlebte zu kommen. Doch für viele von uns war es nicht leicht, die bedrückende Stille zu brechen und erst nach und nach lockerte sich die Stimmung etwas auf. Nach der Führung durften wir uns noch etwa eine halbe Stunde lang selbstständig im Ausstellungsbereich bewegen, bis die Heimreise angesetzt war. Das Gesehene und Gehörte blieb jedoch auch noch lange nach der Fahrt im Kopf und brachte uns zum Nachdenken.

Lennart Moser 12 GN

Beitragsbildquelle:
Von Norbert Radtke (Photographer / self) – Privatarchiv Norbert Radtke, CC BY-SA 3.0, Link