iThemba Labantu – Lutheran Community Center Philippi

Mein Name ist Agnes Bothe. Ich war Schülerin am Gymnasium Kyritz von 2007 bis 2014. Im Moment bin ich eine vom Berliner Missionswerk entsandte Freiwillige in Südafrika, genauer in Philippi, einem Township in Kapstadt. Meine Einsatzstelle ist iThemba Labantu.

Das Setting: iThemba Labatnu liegt im Township Philippi mit 150 000 – 400 000 Einwohnern (genaue Zahlen sind da nicht bekannt). Die Menschen dort leben in Wellblechhütten oder in einfachen Steinhäuschen, oft ohne Strom- und Wasseranschluss. Unzählig viele Menschen sind HIV-positiv. Es gibt Angaben, in denen von 40% die Rede ist. Außerdem sollen von 10 schwangeren Frauen 8 HIV-positiv sein. Auf den Straßen ist immer etwas los. Aber leider, weil die meisten Menschen arbeitslos sind und dann auf den Straßen herumlungern. Krankheiten wie AIDS und Arbeitslosigkeit führen zu Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit der Menschen. Sie verzweifeln, haben keine Aussichten auf eine bessere Zukunft. Ihre Sorgen und ihre Unzufriedenheit ertränken sie mit Alkohol anderen Drogen. Armut, Alkohol- und Drogenmissbrauch führen zu Kriminalität. Philippi ist das Township mit der größten Kriminalitätsrate in Kapstadt.

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Mitten zwischen alle den Shacks ragt eine grüne Kirchturmspitze in die Höhe. Die Kirche von iThemba Labantu. Die Kirche ist der Mittelpunkt unseres Centers. „iThemba Labantu“ bedeutet „Hoffnung für die Menschen“.

Die Ziele des „Lutheran Community Centre iThemba Labantu“ sind, den Menschen Philippis neue Perspektiven zu zeigen. Sie dürfen erfahren, dass es eine Alternative zum Elend gibt. Durch die fünf Säulen Nutrition (Ernährung), Education (Ausbildung), Youth (Arbeit mit Kindern und Jugendlichen), Health (Gesundheit) und Income Generating Projects (Einkommen schaffende Projekte) werden die verschiedensten Zielgruppen erreicht. Pfarrer Otto Kohlstock leitet dieses einmalige Projekt.

Was verbirgt sich hinter jeder Säule?

Ernährung:
Eines der ersten Projekte iThemba Labantus war die Suppenküche. Erst nur ein einfacher Kontainer, inzwischen ein sehr schönes, modernes Gebäude. In unserer Suppenküche wird jeden für ca. 250 Kinder gekocht. Die Kinder der pre school, der Morning Class und der Nachmittagsbetreuung bekommen bei uns täglich eine gesunde, warme Mahlzeit. Die Küche ist vegetarisch und es wird immer mit viel frischem Gemüse gekocht. Neben Klassikern wie Nudeln mit Tomatensoße gibt es natürlich auch traditionelle Gerichte. Das ist zum Beispiel „Samp and Beans“ Samp ist geschälter und grob geschroteter Mais, der mit Bohnen und anderem Gemüse gekocht wird. Die Kinder der pre school und die Kinder der Morning Class bekommen morgens dort auch ein Frühstück. Meistens eine energiereicher Hafer- oder Maisbrei.

Ausbildung:
Das Center iThemba Labantu bietet zwei Berufsausbildungen an. Zum einen gibt es die Ausbildung zum KfZ-Mechaniker. Hierbei werden die jungen Erwachsenen in Theorie und Praxis geschult und schreiben ihre Prüfungen dann am College of Cape Town, damit sind sie dann staatlich geprüft. Nach dem Abschluss der Ausbildung werden die besten von ihnen von BMW übernommen – ein guter Ansporn für unsere Lehrlinge.
Die zweite Ausbildungsmöglichkeit ist die Ausbildung zum Solartechniker. Dabei lernen die Auszubildenden, Warmwassersolar- und Photovoltaikanlagen zu installieren und allgemeine Klempterarbeiten auszuführen. Ein weiteres wichtiges Element ihrer Ausbildung ist, dass sie lernen ihr eigenes Geschäft aufzumachen. Damit können sie sich nach dem Abschluss im Township selbstständig machen und ihr Geld verdienen.
Das dritte Element unserer Erwachsenenbildung ist die Computerschule. Dank großzügiger Spenden ist es uns möglich, Erwachsenen einen Basiscomputerkurs anzubieten. Für drei Monate besuchen sie unsere Computerschule und bekommen dann ein Zertifikat, mit dem sie leichter einen Arbeitsplatz finden können.

Jugend:
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spielt in iThemba Labantu eine wichtige Rolle. Angefangen bei den kleinsten, versuchen wir unsere Kinder und Jugendlichen ein Stückchen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Unser Kindergarten bietet derzeit 36 Kindern eine ganztägige Betreuung.

Im Kindergarten werden die Kinder auf Englisch unterrichtet. Das ist hier besonders wichtig, denn der Schulunterricht an den staatlichen Schulen findet auf Englisch statt. Die Kinder in Philippi sprechen zu Hause Xhosa, ohne Vorkenntnisse in Englisch haben sie in der Schule große Schwierigkeiten. Die Kinder lernen im Kindergarten auch schon Lesen. Das Computerprogramm „Reading Eggs“ bietet Vorschulkindern und auch den Kindern unserer Nachmittagsbetreuung in unserm Center die Möglichkeit, ihre Lesefähigkeiten spielerisch zu verbessern.
Neben dem Kindergarten haben wir in unserem Center eine sogenannte „Morning Class“ . In dieser Klasse werden Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren unterrichtet, die eigentlich in der Schule sein sollten, aber aus den verschiedensten Gründen gerade in keiner Schule angemeldet sind. Diese Kinder gehen mit ihren beiden facilitatorn (Betreuer/ Lehrer) um halb zehn zum Frühstücken in die Suppenküche. Alle Kinder der Morning Class kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen. Fast alle Eltern sind arbeitslos, viele sind alkoholabhängig. Bei etlichen Kindern existieren keine Dokumente wie zum Beispiel die Geburtsurkunde (die braucht man für die Anmeldung in der Schule). Solange die Kinder in keiner Schule untergebracht sind, unterrichten wir sie in iThemba Labantu. Gleichzeitig versuchen wir aber, Kontakt zu den Eltern aufzubauen, Dokumente zu organisieren und die Kinder in Grundschulen anzumelden.
Jeden Nachmittag ab zwei Uhr kommen ca. 120 Grundschulkinder in unserem Center an. Sie verbringen bei uns ihren Nachmittag. Nach der Schule gibt es für alle Kinder eine warme Mahlzeit in unserer Suppenküche. Gut gestärkt gehen sie dann in ihre Klassen, in denen sie ihre Hausaufgaben machen und / oder in den Fächern Englisch und Mathe gefördert werden. Neben der direkten Förderung für die Schule bietet iThemba Labantu den Kindern diverse Freizeitangebote. Dazu gehören Fußball- und Basketballtraining, Theater, Tanzunterricht, Musikunterricht (Klavier, Trompete, Posaune) und eine Bibliothek. Die Kinder und Jugendlichen können bei uns unbeschwerte Stunden verleben und wir sind für jede Unterstützung dankbar.

Gesundheit:
Seit der Entstehung iThemba Labantus gibt es die „Clinic“. Anfangs noch ein Hospiz, ist es heute ein Care Center für AIDS-Patienten. Sehr viele Menschen in Philippi sind HIV-positiv und erkranken an AIDS. In unserem Center werden sie nach einer Behandlung im Krankenhaus weiter mit Medikamenten behandelt, bekommen gesundes Essen und Fürsorge. Nach zwei bis vier Monaten sind sie die meistens wieder stark genug, um auf eigenen Beinen zu stehen und nach Hause zu gehen.
Einkommen schaffende Projekte:
Viele Menschen in Philippi sind arbeitslos, können aber beispielsweise wunderbare Perlenarbeiten herstellen. In unserem kleinen Shop verkaufen wir Perlenarbeiten und Keramik, die Menschen aus Philippi hergestellt haben, außerdem liefern wir viele Produkte nach Deutschland, wo sie über den Verein „Themba Labantu e.V.“ verkauft werden. Die Perlenarbeiter bekommen von uns Aufträge, die sie dann zu Hause ausführen, ihre Produkte kaufen wir dann an. Die Keramikwerkstatt ist auf unserem Gelände untergebracht, hier wird einmalige Keramik hergestellt und alles einzeln bemalt.

iThemba Labantu ist jeden Tag Anlaufstelle für mehr als 500 Menschen aller Altersgruppen. Es ist ein Ort, an dem jeder willkommen ist. Viele Menschen kommen jeden Tag mit Fragen, Nöten und Bedürfnissen nach iThemba Labantu und bekommen dort meistens direkte Hilfe.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte:
http://www.ithemba-labantu.co.za/

Um die engagierte Arbeit unserer ehmaligen Schülerin Agnes Bothe zu unterstützen, möchten wir die diesjährige Weihnachtsaktion nutzen, um Spenden für iThemba Labantu zu sammeln.
Finazielle Zuwendungen bitte an:

Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums Kyritz

Kreditinstitut: Sparkasse OPR
IBAN: DE15160502021521001991
BIC: WELADED1OPR
Kennwort: Afrika