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Die schönste Zeit im Jahr

Irgendwo sitzt ein kleines Mädchen unter dem Weihnachtsbaum. 
Die Lichter spiegeln sich in ihren Tränen, die Kekse sind noch unberührt.  
 
Irgendwo sitzt ein junger Mann am Esstisch. 
Er redet nicht, seine Großeltern reden über ihn.  
 
Irgendwo hält ein Mädchen zitternd eine Packung Lebkuchen in der Hand. 
Doch sie wird sie nicht essen, ihr Kopf lässt selbst an Feiertagen keine Ruhe.  
 
Irgendwo stopft ein Junge seine Kleidung in eine Tasche. 
Zwei Häuser, zwei Tannenbäume, kein Zuhause dazwischen.  
 
Doch irgendwo lachen auch zwei Geschwister, reißen Geschenkpapier auf 
Und sie sitzen mit der ganzen Familie zusammen, kennen Kummer nicht.  
 
Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr – doch nicht für jeden.  
 
Während in Fenstern Kerzen brennen, friert jemand draußen vor verschlossener Tür.  
 
Während einer Tüten voller Geschenke trägt, fragt sich ein anderer, wie er die Stromrechnung bezahlen soll.  
 
Auch an Weihnachten rollen Panzer, fließen Tränen und wird gestritten.  
 
Weil nicht alles besser wird, wenn Tannenbäume aufgestellt und Kerzen angezündet werden. 
Und nicht alles leichter, nur weil Kekse gebacken und Geschenke ausgepackt werden.  
 
Weihnachten zeigt uns die Gegensätze deutlicher als jede andere Zeit. 
Licht und Dunkelheit. Freude und Trauer. Nähe und Einsamkeit.  
 
Doch vielleicht ist genau das Weihnachten. 
Nicht das Glück, das wir haben, sondern das Mitgefühl, für die, die es nicht haben.  
 
Denn Weihnachten ist nicht für jeden die schönste Zeit im Jahr. 
Aber die Zeit, die uns jedes Mal beweist, was Menschlichkeit heißt.  
 
Weihnachten wird nicht erst durch Geschenke schön oder durch Kerzen hell. 
Sondern durch Menschen, die einander Hoffnung schenken und Wärme, obwohl sie selbst frieren. 


Weihnachtskonzert 2026 

Sophie Lobodda (LK12 Geschichte)