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Dichterschlacht im Rheinsberger Schloss

Dichterschlacht im Rheinsberger Schloss

Worte, Worte, nichts als Worte.“ Besser als William Shakespeare könnte man den ersten Rheinsberger Poetry Slam wohl nicht beschreiben. Ein Abend voll von tiefsinniger Poesie, gemischt mit einer großen Portion Humor machten den Literaturwettstreit, der von Deutschlands größtem Poetry-Slam-Veranstalter „Kampf der Künste“ organisiert wurde, zu einem wundervollen Erlebnis.

Bei der „Dichterschlacht“ am letzten Freitag traten fünf Top-Poeten gegeneinander an und nutzten ihre zehn Minuten Auftrittszeit, um etwas über sich selbst zu erzählen und ihre eigenhändig verfassten Texte vorzutragen. Dabei brachten sie mit beeindruckenden Gedichten und lustigen Kurzgeschichten die Bühne des Kavalierhauses im Rheinsberger Schloss zum Beben. Bewertet wurde die Performance vom Publikum – denn wie beim Poetry Slam üblich, bekamen zufällig ausgewählte Zuschauer die Punktetafeln in die Hand und gaben den Künstlern eine Punktzahl von 0,00 bis 10,00. Da kann es mitunter auch zu starken Abweichungen kommen, schließlich sind die Vorlieben der Zuhörer genauso unterschiedlich wie die Texte der Dichter und Dichterinnen. Aber wie heißt es so schön? „Der Punkt sind nicht die Punkte, sondern die Poesie.“

Nachdem alle fünf Teilnehmer ihre Auftritte absolviert hatten, kam es zu einem spannenden Finale zwischen den beiden Erstplazierten. Der Sieger wurde aber nicht etwa wieder per Punktetafel, sondern mit dem „Applaus-Barometer“ entschieden. Dies ist eine weitere Tradition des Slams – der lautere Beifall bestimmt den Gewinner. Am Ende konnte sich die Berlinerin Tanasgol Sabbagh den Preis – die begehrte Kampf-der-Künste-3kg-Hantel – mit nach Hause nehmen.

Rundum war dies ein gelungener erster Rheinsberger Dichterwettbewerb mit sehr talentierten Poeten, einem einladenden Ambiente und gemütlicher Atmosphäre. Der Abend ließ viel Raum zum Nachdenken, Lachen und Diskutieren und hat auf jeden Fall Wiederholungsbedarf. Man kann nur hoffen, dass dies nicht der letzte Poetry Slam in der näheren Umgebung war, denn letztendlich gibt es nichts Besseres als „Worte, Worte, Worte“.

Juliane Vogler, Klasse 10b